The Essay Collective

The Essay Collective

Einblicke in narkotische Zustände der Welt

Montag, 31. August 2026 · ...

Die Welt steht still im Warten
Wie Schrank, Tisch, Stuhl und Bett
Nichts regt sich äußerlich
Im kleinen Raum
Hinterm Vorhang fallen Worte
Wie lang ersehnte Schauer
an unterschiedlichen Orten
zugleich und von kurzer Dauer
Inwendig pocht das Herz
Ganz schnell und vehement 
Von Zeit zu Zeit; dann schweigt es
Plätschert rhythmisch
Still und leise vor sich hin
Die Worte schwarz auf weiß
im Schrank vergraben
In der Tiefe unzugänglich
In der langen Weile
Bis zum Tod auf Raten
Das Smartphone spendet letzen Trost
Wer hätte das gedacht
Bilder fluten mein Bewusstsein
Eine Nachricht löst die nächste ab
Wörter poppen auf dem Display auf
Schnell hingeworfen vor der kleinen Prise Tod
Erreichen sie die poetische Kraft und Größe,
die Schönheit eines schlechten Verses:
Je schlechter der Wein
Desto kälter sollte er sein
Ein Hoch auf den schlechten Geschmack
Was bin doch nur für ein Wrack
Ich bin alles bloß kein Held
Die Schwäche kulminiert in Ohnmacht
Mein Ich im ewigen Nichts
Erst nach langem Kampf erwacht
Pflegerin, Pfleger, Ärztin und Arzt
Die nur dein bestes wollen
Gewähren dir friedfertig Einblick
In narkotische Zustände der Welt