The Essay Collective

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Die Gedanken sind frei

Freitag, 24. Juli 2026 · ...
Gedanken kommen und gehen lautlos,
im luftleeren Raum tauchen sie auf
aus dem Nichts, verleihen Flügel oder
zerren dich in den Abgrund,
nehmen die Farbe der Seele an, die
von den Körpersäften,
den darin schwebenden Teilchen getüncht,
die Welt ein- und ausatmet.
Den Gedanken das entliehene Wort,
den Begriff das Begreifen formt?
Der entliehene Gedanke lautlos
das Bewusstsein flutet,
das fremde Narrativ unreflektiert
die Seele deformiert,
ihr Flügel verleiht,
die Lehre die Leere füllt,
Dich in den Abgrund zerrt
im luftleeren Raum?
„Die Gedanken sind frei,
Wer kann sie erraten,
Sie fliehen vorbei,“
Wer nicht darum kämpft,
wird sie verraten
in der Liebe,
in Worten und Taten.
Und doch geb‘ ich mich
inbrünstig viel lieber hin
dem täglich über mich
hinweg rollenden Einerlei.
Kleide Rebellionen der Seele,
dem Abgrund so nah,
in Worte, in meine Gedanken,
sie fliegen vorbei, sind frei,
gehen ansonsten verloren.
Jedes Wort kann dein letztes sein,
du kannst morgen verstummen,
im Chor der friedfertigen,
stimm ein und sing mit,
denn die Gedanken sind frei.
Wenn der freie Gedanke die Klingen wetzt,
er frei kreisend doch niemals das Denken ersetzt,
auf dass das Denken,
von den getünchten Farben der Seele gelenkt,
mal heiter, mal düster, mal klar,
allein, in Gesellschaft oder gar nicht gerinnt.