Letzte Nacht vor dem Einschlafen
lauschte ich dem wohligen Klang einer Zeile,
aus der sich eine zweite, eine dritte
zwischen Schlafen und Wachen entspann;
schon halb geistig umnachtet überlegte ich,
ob ich nicht aufstehen und sie aufschreiben sollte;
das könne warten, dacht‘ ich in langer Weile,
kaum mehr bei Sinnen, bis morgen.
Nun hat sie Schlaf und Vergessen
für immer begraben
oder aus dem Gedächtnis getilgt.
Vielleicht tauchen die Worte
irgendwann wieder auf,
neugeboren.
lauschte ich dem wohligen Klang einer Zeile,
aus der sich eine zweite, eine dritte
zwischen Schlafen und Wachen entspann;
schon halb geistig umnachtet überlegte ich,
ob ich nicht aufstehen und sie aufschreiben sollte;
das könne warten, dacht‘ ich in langer Weile,
kaum mehr bei Sinnen, bis morgen.
Nun hat sie Schlaf und Vergessen
für immer begraben
oder aus dem Gedächtnis getilgt.
Vielleicht tauchen die Worte
irgendwann wieder auf,
neugeboren.
Können wir uns darauf verlassen,
dass die kleinen Vergehen und Fehler,
die die Haut nicht verbrennen,
das Herz nicht zerfetzen,
keine Wirkung entfalten im täglichen Leben,
deren Erinnerungen uns heimsuchen, bevor wir entschwinden,
Schlaf und Vergessen für immer begraben
oder aus dem Gedächtnis gar löschen,
und nicht, neugeboren,
tagein, tagsaus, den Boden des Ichs und der Welt
und des Ichs in der Welt schleichend zersetzen?
Der rot glühende Mond
steigt über den Bergen allmählich empor;
ich kann ihn nicht schauen,
er bewegt sich so langsam,
das Schauen tut weh.
Wenn ich schlafe, steht er einsam im Himmel,
Berge, Täler, Worte und Farben,
längst im Dunkel entschwunden,
goldgelb, wird er ohne mich kleiner und heller
und erlischt im neugeborenen Tag.
steigt über den Bergen allmählich empor;
ich kann ihn nicht schauen,
er bewegt sich so langsam,
das Schauen tut weh.
Wenn ich schlafe, steht er einsam im Himmel,
Berge, Täler, Worte und Farben,
längst im Dunkel entschwunden,
goldgelb, wird er ohne mich kleiner und heller
und erlischt im neugeborenen Tag.
